Kirche für Dich – Gottes Umgang mit Versagen. Oder: Die Kohlepredigt.

Vielleicht hast du schon einmal Erfahrungen mit Versagen machen müssen. Solche Erfahrungen sind nicht besonders angenehm. Wir schämen uns vor den Menschen um uns herum, aber auch vor Gott. Nicht wenige resignieren. Doch wie denkt Gott eigentlich über Versagen? In unserem Kirche-für-dich-Gottesdienst haben wir mit Peter Lieder über genau diese Frage nachgedacht und haben mal wieder festgestellt: Gott ist so anders als wir Menschen! So befreiend anders.

Die Geschichte von Petrus aus der Bibel (Joh. 18,12-19 + 25-27) ist dabei besonders eindrücklich. Petrus ist einer der Jünger von Jesus von Nazareth, doch es könnte jeder von uns sein. Ein selbstsicherer, mutiger Mann, der gerne auch mal große Töne spuckt. Zu seinem Freund Jesus wird er selbst in schwierigsten Zeiten, die für ihn den Tod bedeuten könnten, stehen. Das verspricht er hoch und heilig. Und dann kommt dieser eine Abend. Jesus, der für ihn sein Leben bedeutet, wird vor Gericht gezerrt. Und obwohl Jesus ihn vorgewarnt hatte, hat Petrus auf einmal Angst. Angst, selbst in Gefahr zu geraten. Mit allem Nachdruck beteuert er den Menschen, die mit ihm um das Kohlenfeuer sitzen, dass er Jesus nicht kennt. Die Verdächtigungen der Jerusalemer Landsleute streitet er vehement ab. Als Petrus das realisiert, ist er am Boden zerstört. Was hat er nur getan? Wird Jesus ihm das je verzeihen können?

Doch die Geschichte hört Gott sei Dank nicht mit Versagen auf. Petrus begegnet dem, den er verraten hat, dem auferstandenen Jesus. Er begegnet Gott selbst. Und wie reagiert Jesus?

  1. Zuerst befiehlt er Petrus, seine Fischernetze auszuwerfen und beschenkt Petrus mit einem gewaltigen Fang. Genau wie bei ihrer ersten Begegnung.
  2. Dann macht er ein Kohlenfeuer und bereitet ein Frühstück für seine Jünger, für Petrus vor. Ein Kohlenfeuer, der Ort, an dem Petrus schwach wurde. Jesus macht aus diesem Ort des Mangels und des Versagens einen Ort der Versöhnung und des Überflusses.
  3. Und damit noch nicht genug: Bei diesem Frühstück gibt Jesus Petrus noch große, neue Aufträge in seinem Reich.

Kein Wort der Anklage. Jesus möchte Petrus klarmachen: Dein Versagen ändert nichts an meiner Liebe zu dir. Ich bin immer noch derselbe geblieben. Ich bin derjenige, der dir dort Überfluss geben kann, wo du Mangel leidest. Und aus deiner Schwachheit und deinem Versagen bin ich fähig ein Fundament zu machen, auf dem ich mein Reich baue.